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NEXT EVENT: CrossFit German Throwdown 2020 Finals | 28. & 29. Mar | Arena Halle | Berlin

Interview mit Joshua Wichtrup - dem 18. fittesten Mensch der Welt

 

Benedict: Hallo Joshua, Herzlichen Glückwunsch zu deinem Erfolg bei den Games und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst für uns. Deine Games waren ja wirklich von Erfolg geprägt, unter anderem mit einem zweiten Platz beim Ruck Run Event. Leider hat dann im Sprint ein Übertreten der Linie ein besseres Abschneiden verhindert.

 

Joshua: Vielen Dank. Ich bin sehr gut in den Endurance Workouts, aber im Verhältnis zu den anderen Jungs etwas schwächer. Insgesamt war es dieses Jahr schon ziemlich ausgeglichen. Die einen sind halt sehr stark mit Gewichten und ich bin halt besser in den Endurance Sachen. Und so gleicht sich das dann am Ende wieder aus. In den beiden läuferischen Events bin ich am Ende relativ weit vorne gewesen und eben beim Sprint leider auf die Linie getreten. Da habe ich die Kurve nicht richtig genommen. Ich war zu schnell, mein Schritt war zu groß.

 

Benedict: Du wusstest in dem Moment auch schon, dass es wahrscheinlich hier zu Ende sein könnte.    

 

Joshua: Ja ich habe es in dem Moment ja gemerkt. Ich bin halb auf die Linie getreten und da wusste ich es eigentlich schon …

 

Benedict: Der Judge hatte ja die Hand gehoben und du hast dich im Zieleinlauf auch schon aufgeregt und die Hände hochgerissen. Wir, zuhause vor dem Livestream. wussten erstmal gar nicht was los war, als es so lang gedauert hat mit deinem Score.

 

Joshua: Ja ich habe die ganze Zeit gehofft, dass mein Übertreten doch nicht so gravierend war, aber letztendlich habe ich dann den Penalty doch bekommen. Leider war ich dann ja mit dem halben Fuß auf der Linie drauf.

 

Benedict: Also du hattest dich nicht über den Judge aufgeregt, sondern du warst eher verärgert über dein übertreten?

 

Joshua: Ja, die Judges haben nur ihren Job gemacht. Wir haben ja vorher die Regeln erklärt bekommen und da wurde uns erklärt, dass das Übertreten der Linien mit einem 10 Sekunden Penalty bestraft wird. In meinen Augen ist das Ausmaß etwas krass, aber klar sie haben es so vorgegeben und es gilt dann für jeden. Das doofe ist, dass ich im ersten Lauf die schnellste Zeit Overall gelaufen bin, aber so ist es eben. Es hätte aber auch mit einem Sieg nicht für den letzten Cut gereicht, aber Platz 13 wäre drin gewesen.

 

Benedict: Aber trotzdem hattest Du in einem anderen Workout, dem Ruck Run Event, einen zweiten Platz erreicht!

 

Joshua: Genau, das war mega geil. Ich hätte gedacht, die wären alle ein bisschen schneller im Laufen, aber ich bin relativ früh weit nach vorne gekommen. 30 Sekunden in so einem Rennen Vorsprung zu haben ist schon echt viel. Probier es mal aus und lauf mal 30 Sekunden, wie weit du da schon kommst! Wobei die Dichte ja echt hoch ist, aber das lief echt gut für mich.

 

Benedict: Und dann hast du den Erfolg im Zieleinlauf zelebriert – mit einem „Dab“. War das geplant?

 

Joshua: Die meisten kennen den Hintergrund ja gar nicht. Mit einem Kumpel von mir mache ich das schon so lange wie das eigentlich … „In“ ist. Und er hat gesagt, wenn du irgendwie die Möglichkeit hast, dann mach das so lange wie du kannst. Ich habe da gar nicht drüber nachgedacht und einfach gemacht und durchgezogen und Wette gewonnen!

 

Benedict: Das hat dir auch echt viel Aufmerksamkeit gebracht. Fotos und Videos davon wurden ja überall „gefeatured“. 

 

Joshua: Das war echt cool! Aber generell die ganzen Games haben die Aufmerksamkeit und Resonanz extrem angehoben. Wahnsinn, wie viele Leute aus Deutschland das unterstützen und anfeuern von zuhause! Das hat mich sehr gefreut.

Benedict: Das ist schon geil. Wir machen ja den Deutschen Stream und bekommen hier auch ganz viel positives Feedback, zum Stream aber auch zu unseren Deutschen Athleten!

Aber zurück zu den Games: Wann bist du in die USA gekommen?

 

Joshua: Ich bin 10 Tage früher angereist. Ich habe eine ganze Woche gebraucht, um den Jetlag zu verarbeiten.

 

Benedict: Bist du direkt nach Madison gekommen?

 

Joshua: Erst nach Chicago und dann direkt nach Madison. Einfach dass man so ein bisschen in den Flow kommt und sich so ein bisschen wie zuhause fühlt. Dass man jeden Supermarkt kennt, dass man sein Essen bekommt und dann alles einstellen kann: Schlafen, Essen, Training…

 

Benedict: Würdest du auch wieder so machen das nächste Jahr?

 

Joshua: Ja auf jeden Fall. Ein zwei Sachen kannst du natürlich immer anders machen, aber im Großen und Ganzen war das schon echt gut.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit den Games. Es waren ja auch super Workouts für mich. Du kannst Dich nicht auf alles vorbereiten, da es bei den Games immer etwas besonderes gibt. Zum Bespiel der Rucksack. Das haben die meisten hier noch nie gemacht. Wer läuft denn auch mit einem Rucksack? Das kannst du halt einfach nicht trainieren. 

 

Benedict: Würdest du im Nachhinein sagen, du hättest dich noch anders vorbereiten sollen, oder auf die nächsten Games bereitest du dich anders vor?

 

Joshua: Top 20 ist natürlich ein mega Ergebnis! Durch die Cuts ist es ja nochmal schwerer geworden überhaupt in die Top 20 zu kommen. Die Vorbereitung war wirklich mehr als gelungen. Auch dort gibt es natürlich noch 1-2 Stellschrauben zu drehen, vor allem an der Regeneration, aber ansonsten fühle ich mich super vorbereitet. Nach wie vor weiß ich, dass ich beim Gewichtheben nur Durchschnitt bin, aber ich sehe, dass ich da nicht so den Fokus drauf legen muss, da mir eben die anderen Events die Punkte gebracht haben. Also wenn ich mich im Lifting noch leicht verbessern kann und die anderen Disziplinen so durchziehe, dann glaube ich, bin ich ganz gut aufgestellt. Zum Beispiel heute das Schwimm-Event wäre halt top gewesen. Da wäre nochmals ein Top 5 Platz drin gewesen. Ich habe das vorher sogar extra geübt mit dem Paddleboard. Aber vielleicht dann nächstes Jahr!

Benedict: Vielen Dank Joshua für das Interview und nochmals herzlichen Glückwunsch zum mega Erfolg bei den Reebok CrossFit Games 2019!

 

Joshua: Vielen Dank!

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