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Interview mit Lisa Eble - der ersten deutschen Athletin bei den Reebok CrossFit Games 2019

 

Benedict: Hallo Lisa, herzlichen Glückwunsch zu deinem tollen Erfolg bei den CrossFit Games 2019. 

 

Als wir uns begrüßt haben, sagtest du eben schon, dass es eine mega coole Woche gewesen ist. Was hat sie so besonders gemacht?

 

 

Lisa: Ja, es war ein richtig tolles Erlebnis. Vor allem die Rückmeldungen, die ich von Zuhause bekommen habe, da man mich ja eigentlich gar nicht so richtig kennt in Deutschland.

 

 

Benedict: Das stimmt. Wir waren auch erst so ein bisschen überrascht, als dein Name aufgetaucht ist bei den Open.

 

 

Lisa: Das liegt eigentlich daran, dass meine Box in der Schweiz ist. Letztes Jahr bin ich ja bereits bei den Regionals in der Meridian Region gestartet und dieses Jahr hat ja der Pass gezählt und dann war es natürlich Deutschland.

 

 

Benedict: Du wohnst in der Schweiz, trainierst auch da, aber bist eigentlich Deutsche?

 

 

Lisa: Also, meine Box ist in der Schweiz und ich arbeite in der Schweiz, aber bei uns ist ja alles sehr eng beieinander. Ich bin ja im Dreiländer-Eck geboren und komme eigentlich auch aus Deutschland, bin dann durchs Studium in die Schweiz gekommen. Hab dann meinen Bachelor und Master dort gemacht und bin dadurch auch zum CrossFit in der Schweiz gekommen. Und jetzt mache ich es so, dass ich in der Schweiz arbeite und in Frankreich wohne. Das ist die ganze Geschichte.

 

 

Benedict: Und wo bist du geboren?

 

 

Lisa: In Lörrach. Ich bin ja auch in Deutschland aufgewachsen, nur jetzt hat sich halt meine Situation aufgrund der Arbeit ergeben.

 

 

Benedict: Wie war Deine Vorbereitung und wann bist du in die USA geflogen, bzw. wann bist du hier rübergekommen?

 

 

Lisa: Wir sind am 20. Juli nach Chicago geflogen, dann neun Tage dort verbracht, trainiert und den Körper akklimatisiert. Ich war ja noch nie in Amerika und habe noch nie so eine lange Reise gemacht und wusste daher nicht wie mein Körper das verträgt und wollte daher einfach frühzeitig da sein.

 

Ich hatte die vergangenen Jahre schon immer ein bisschen Probleme mit den Waden. Letztes Jahr in Madrid hatte ich Probleme mit Wadenkrämpfen, aber hatte noch nie vorher Wadenkrämpfe gehabt und in Zypern bei einem Wettkampf das Gleiche. Wir wollten einfach sicher gehen früh hier zu sein und dem Körper Zeit zu geben. Bis zum 27. war ich in Chicago, bis ich dann mit meinem Coach und meiner Schwester nach Madison gefahren bin.

 

 

Benedict: Fast zwei Wochen in den USA zu sein ist ja auch eine relativ hohe finanzielle Belastung – wie hast du diese Hürde gemeistert?

 

 

Lisa: Ich zahle das komplett alles selber. Meine Reise und die Reise meines Coaches. Als „normaler“ Athlet, da ich das nicht Vollzeit mache, ist das schon eine hohe Belastung. Durch einen Workshop in meiner Box (CrossFit Jackhammer) konnte ich etwas Geld einnehmen für die Reise, aber trotzdem habe ich quasi meinen Jahresurlaub bei den Games verbracht. Und jetzt nach den Games machen meine Schwester und ich noch eine Woche richtig Ferien in Chicago.

 

 

Benedict: Das war jetzt die Vorbereitung vor den Games. Wie hat denn die Woche bei den Games für dich begonnen? 

 

 

Lisa: Es hat am 29. Mit dem Sign-In begonnen und dann war es eigentlich schon total crazy. Du hast die Kleidung und dein Badge bekommen und fühlst dich dann schon wie ein wirklicher Athlet. Am nächsten Tag ging es dann weiter mit dem Athleten Dinner im Edgewater Hotel. Dort waren alle Individuals eingeladen und du wurdest dann einem Tisch zugewiesen. Immer die National Champions an einem Tisch. Also Joshua Whichtrup und ich saßen gemeinsam mit Katrin Davidsdottir, Cole Sager und Amanda Barnhart an einem Tisch. Und du sitzt dann da und unterhältst dich mit den ganzen Stars ganz normal, also das war wirklich schon ein tolles Erlebnis.

  

 

Benedict: Und dann kam der erste Tag – warst du aufgeregt?

 

  

Lisa: Genau dann ging es los und ich war in der Hinsicht aufgeregt, dass ich nicht wusste, wie das System funktioniert. Also eigentlich wusste eigentlich keiner von uns was passiert, bis zum Workout Announcement. Ja und dann machst du einfach das Workout und gibst dein Bestes und schaust mal was passiert.

 

 

Benedict: Den ersten Cut hast du ja auch super überstanden.

 

 

Lisa: Ja, das war ziemlich cool, da es ja auch gut gereicht hat mit dem 53. Platz. Und dann ging es weiter ins Briefing. Dort wurde man Name für Name aufgerufen und die die es nicht geschafft haben, mussten sitzen bleiben und dann wird das Bändchen abgeschnitten. Die waren dann raus. Danach wurde das nächste Workout veröffentlich und am Abend ging es dann mit dem zweiten Workout weiter.

 

Ich fand es wirklich cool, aber mir ist leider ein kleiner Fehler passiert. Ich habe leider den ersten Handstand Walk 5cm vor der ersten Linie gefailed und musste dann leider nochmal neu anfangen und habe ganz viel Zeit verloren. Aber das motiviert auch für die nächsten Jahre und Wettkämpfe, diesen Fehler nicht mehr zu machen.

 

 

Benedict: Jetzt war es ja im Endeffekt so, dass du geteilt auf dem 50. Platz warst, also eigentlich gerade genug für den nächsten Cut. Im Stechen um diesen Platz aufgrund eines Tiebreaks wurdest du dann aber leider 51. und bist damit ausgeschieden.

 

 

Lisa: Genau das kam dann noch dazu. Ich habe das Workout zwar fertig gemacht, aber es war leider nicht genug mit dem geteilten 50. Platz. Und das Regelwerk schreibt halt vor, dass in so einer Situation derjenige besser platziert ist, der vorher das nächstbessere Ergebnis aufzuweisen hat und das war in dem Moment sie.

 

 

Benedict: Ich glaube das waren auch nur 5 Plätze Unterschied bei euch beiden.

 

  

Lisa: Das ist halt schon mega ärgerlich, weil ich weiß, dass ich es normalerweise kann. Handstand Walk liegt mir. Ich habe leider ein bisschen zu viel riskiert und das wars dann. Jeder hat hier aber auch ähnliche Erfahrungen gemacht. Sara (Sigmundsdottir) zum Beispiel ist ja auch vor dem Finale rausgefallen. Das ist halt der Wettkampf und es bringt jetzt nichts sich drüber aufzuregen.

 

 

Benedict: Also sagst du, es war eine geile Zeit und nächstes Jahr willst du wieder zurück.

 

 

Lisa: Das weiß man natürlich nicht, aber ich werde hart trainieren und schauen, dass ich gesund bleibe und dann schauen wir mal. Es gibt natürlich in Deutschland viele gute Frauen, aber ich werde mein Bestes geben.

 

 

Benedict: Wir drücken dir auf jeden Fall die Daumen. Vielen Dank Lisa für das sehr sympathische Gespräch!

 

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